Der Schritt von England (UK) wieder zurück nach Deutschland zu ziehen, fällt aus bürokratischer Sichtweise sicherlich nicht leicht. Nach 5 Jahren ruhigen Daseins als einfacher Angestellter,  der noch nicht einmal eine Steuererklärung schreiben musste, sah ich mich plötzlich einem bürokratischen Monster gegenüberstehen. Da ich immer wieder mit Fragen diesbezüglich konfrontiert wurde, möchte ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben und die bürokratische Story Revue passieren.

Bis Anfang 2009 arbeitete ich in einer kleinen Firma ansässig in York, der die Finanzkrise doch arg zusetzte… Die Bank strich von “Heut auf Morgen” mal so einen Überziehungskredit von 20.000 Pfund. Da unsere Projekte immer Stoßweise  kamen und gerade keine großen Projekte liefen, führte dies direkt zu meiner Kündigung (ich war der letzte Angestellte). Da mit einer schellen Erholung auf dem Markt und einem guten Job nicht auf die Schnelle zu rechnen war und das englische Arbeitslosengeld doch recht gering ausfällt, entschloss ich mich erst mal wieder nach Deutschland zu meinen Eltern zu ziehen.

Tja, so schnell kann es gehen! In meiner plötzliche Freiheit hatte ich den Arbeitslosengeld-Gedanken gleich wieder verdrängt und plante mich in Deutschland selbstständig zu machen. Dass sollte mir mehr Freiheiten geben mich auch mal auszuprobieren…

Allerdings wollte ich das Abenteuer einigermaßen abgesichert angehen – mit der Selbstständigenförderung, die mir nach 5 Jahren Zahlung in soziale Systeme eigentlich zustehen sollte. Um die Ex-Ich-AG-Förderung (den Gründerzuschuss) zu bekommen, musste ich mich allerdings erst mal kurioser Weise arbeitslos melden.
Und da begann der Kampf mit den Formularen…

Im Arbeitsamt/Jobagentur für Arbeit musste ich, um mich anmelden zu können, nachweisen, dass ich wohnhaft in Deutschland bin. Mein Personalausweis war bereits abgelaufen und mit Reisepass ging dies nicht. Also zum Bürgeramt und denen klar gemacht, dass ich eine Bestätigung benötige hier wohnhaft zu sein (ich hatte mich glücklicher Weise nie abgemeldet). Nachdem die Sachbearbeiterin zu meinem Entsetzen meinen abgelaufenen Personalausweis zerschnitten hatte, bekam ich für rund 5 Euro das Formular “Bürger der Stadt Leipzig” ausgehändigt. Nach meiner Bemerkung, dass ich den Personalausweis doch bezahlt habe und sie mein Eigentum nicht einfach so zerschneiden könne, entgegnete sie, dass dies nicht mein Eigentum sei. Ich hätte lediglich eine Leihgebühr für den Personalausweis gezahlt… Da wusste ich – ich bin wieder in Deutschland! ;)

Im Arbeitsamt/Jobagentur für Arbeit wurde ich darüber aufgeklärt, dass sie meinen Antrag angenommen haben. Die Zahlung des Arbeitslosengeldes, dass ja, wie ich nun wusste, Voraussetzung für meinen Gründerzuschusses ist, müsse allerdings noch warten bis meine Arbeit in England durch die englischen Kollegen in Newcastle bestätigt wird. Um diese Formulare ausgehändigt zu bekommen sind eine Vielzahl von Schritten notwendig…

Mehr zu den notwendigen Formularen erfahrt ihr im Teil 2 zu “Von England UK zurück nach Deutschland“. Ich hoffe, dass meine beiden Artikel über dieses Thema euere Rückkehr vereinfachen wird.